Unter dem Titel „Echos“ werden vom 8. Mai bis 12. Juni 2026 in der nächsten Ausstellung im Raum für Kunst Werke des Münchner Malers Manuel Rumpf zu sehen sein

Die Landschaften der Gegenwart sind menschengemacht. Verkehrswege, Gewerbegebiete, Industrieanlagen und urbane Randbereiche entstehen aus funktionalen Notwendigkeiten und prägen die Umwelt vieler Menschen. Sie dienen als Infrastruktur des Alltags, werden jedoch selten als gestaltete oder bedeutungsvolle Räume wahrgenommen. Ihre Funktion ist auf Effizienz ausgerichtet, nicht auf Repräsentation oder Identifikation. Diese Orte wirken oft unscheinbar, da sie keinen klassischen Aufenthaltswert besitzen. Sie sind Durchgangsräume und Zwischenzonen – unbewohnt, aber keineswegs ungenutzt. Der Blick auf sie ist flüchtig: Man passiert sie auf dem Weg zur Arbeit oder nimmt sie aus dem Zugfenster wahr. Obwohl sie beiläufig erscheinen, besitzen sie eine spezifische Atmosphäre: Lichtverhältnisse, Verlassenheit und Spuren menschlicher Nutzung formen eine Szenerie, die über die reine Funktion hinausgeht.

Mit dieser Atmosphäre setzt sich Manuel Rumpf in seiner Malerei auseinander. Der erste Schritt im Entstehungsprozess ist die fotografische Erkundung, die weniger der dokumentarischen Erfassung als dem unmittelbaren Erleben des Ortes dient. Licht, Stimmung und räumliche Wirkung stehen dabei im Mittelpunkt. In der malerischen Umsetzung überträgt Rumpf diese Eindrücke in Öl auf Leinwand oder Tusche auf Papier. Seine Darstellungsweise verzichtet bewusst auf übermäßig präzise Details und betont stattdessen das Flüchtige und Ungefähre der Erinnerung. Lasierend aufgebaute Farbschichten erzeugen Tiefe und Raum, konkretisieren oder lassen Konturen verschwimmen. Seine Arbeiten zeigen menschenleere Umgebungen, oft in künstlichem oder diffusem Licht, mal als stille Szenerie, mal aus der Bewegung heraus. Die Orte und Landschaften in Rumpfs Malerei erscheinen nicht als statisches Bild, sondern als ein Moment zwischen Wahrnehmen und Verschwinden.

Manuel Rumpf, geboren 1987, lebt und arbeitet in München. Nach einer Berufsausbildung zum Kommunikationsdesigner studierte er von 2007 bis 2014 Malerei an der Akademie der Bildenden Künste München bei Professorin Anke Doberauer. 2013 wurde er dort zum Meisterschüler ernannt. Seit 2026 ist er Künstlerischer Mitarbeiter der Klasse Anke Doberauer. 2020 erhielt er den Förderpreis der Darmstädter Sezession, 2023 den Förderpreis des Kunstvereins Rosenheim und 2025 den Bayerischen Atelierpreis.

Die Eröffnung der Ausstellung Manuel Rumpf „Echos“ im Raum für Kunst, Luisenstraße 16 in Darmstadt findet am Freitag, 8. Mai 2026 um 19 Uhr statt. Öffnungszeiten sind Donnerstag und Freitag von 16 bis 19 Uhr und Samstag von 12 bis 15 Uhr.

Foto Manuel Rumpf, Lichtfeld, 2026, Öl auf Leinwand, 80×120 cm © Manuel Rumpf




Raum für Kunst
Darmstädter Sezession
Luisenstraße 16
64283 Darmstadt

manuelrumpf.de