Der Carlo-Mierendorff-Preis 2022 geht an Julia Stellmann

„In Ihrem Blog „Das schwarze Quadrat“ steht der ebenso schlichte wie markante Satz „Die zeitgenössische Kunst mischt sich ein, ist radikal und ungewöhnlich. Warum ist es die Kritik so selten?“. Ja, eben das Seltene, Außergewöhnliche in der Kritik ist es, was Ihre Texte auszeichnet: Die intuitive Fähigkeit, Gesehenes dynamisch in Sprache zu bringen, Kunst durch Worte greifbar zu machen und damit zu demonstrieren, dass diese Fähigkeit auch große Kunst ist. Die Texte sind beobachtungsstark, sprachsicher, bei aller Dramatik des Beschriebenen auch amüsant und stilsicher. Bei dem eingereichten Text „Sturzflug auf Shrimpboy“ über eine Ausstellung der Objektkünstlerin Mary-Audrey Ramirez wird das besonders deutlich. Ihr Wunsch, sich auf subjektive Weise zeitgenössischer Kunst zu nähern und das Gesehene in Worte zu fassen, Ihr „spielerisch-assoziatives“ (ich zitiere Sie) Vorgehen ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, Menschen für Kunst zu begeistern. Der Carlo-Mierendorff-Preis „für herausragende sprachliche Vermittlung von Kunst“ wird Julia Stellmann einstimmig von der Jury (Isa Bickmann, Hanne F. Juritz, Leonie Pfennig) zugesprochen.“

Hanne F. Juritz


Julia Stellmann ist freie Kunstkritikerin und Kunsthistorikerin. Sie studierte Kunstgeschichte, Germanistik und Kulturmanagement an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Als Autorin und Redakteurin schreibt sie unter anderem für die KUNSTZEITUNG, den Informationsdienst KUNST, gallerytalk.net, eiskellerberg.tv und ihren eigenen Blog Das Schwarze Quadrat. Außerdem verfasst sie Texte für Künstlerpublikationen, Museumskataloge und Galerieausstellungen.

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