Ausstellung Jörg Bussmann „Vogelflüge“ im Raum für Kunst Darmstadt vom 31. Januar bis 21. März 2026

Die Ausstellung im Raum für Kunst, Luisenstraße 16 in Darmstadt wird eröffnet am Freitag, 30. Januar 2026 um 19 Uhr und dauert bis Samstag, 21. März 2026. Öffnungszeiten sind Donnerstag und Freitag von 16 bis 19 Uhr und Samstag von 12 bis 15 Uhr.

Mit dem Titel „Vogelflüge“, spannt der Künstler Jörg Bussmann mit seiner Ausstellung im Raum für Kunst einen inhaltlichen Bogen zum gleichnamigen Buch des Philosophen Vilém Flusser (1920-1991) und erklärt seine eigene künstlerische Intention folgendermaßen:

„V. Flusser schließt aufgrund der Untersuchung des Mythos des Vogelfluges, dass wir Leonardos Traum vom Fliegen immer noch unserer Realität desLuftverkehrswesens vorziehen. Der Unterschied wird uns erst nach der Erfindungdes Flugzeuges erkennbar. Die Tatsache, dass wir Gefangene der

Zweidimensionalität sind, ist uns im Allgemeinen nicht bewusst. Beim Beobachten des Vogelfluges sind wir in Gegenwart von Körpern, die sich frei in den drei Dimensionen des Raumes bewegen und in allen ihren Gesten eine dreidimensionale Einstellung einnehmen. Der fliegende Vogel ist nicht wie ein erdgebundenes Wesen Zentrum einer vitalen Struktur ineinandergreifender Kreise, sondern ineinandergreifender Sphären. Die erdgebundenen Tiere und insbesondere der Mensch entbehren nicht ganz der Öffnung zum offenen Raum. Aber die dritte Dimension erschöpft sich hier quasi in auf dem Boden übereinanderliegender Epizyklen. Flusser sieht im Bewegungsvorgang der Hände Muster räumlicher Erschließung, die dem Flug in gewisser Weise nahekommen. Die Bildhauerei wäre demnach das Material gewordene Bild dieser menschlichen Möglichkeit.“

In diesem Kontext zeigt Bussmann im Raum für Kunst filigrane objekthafte Plastiken aus seinen Werkgruppen „Kamerabau“ (1996-1998), „Gesten und Falten“ (1996-1998), „hominesfabri“ (1998-2025) und „con legno“ (2018-2025). Als Materialen verwendet er Holz, Stoff, Papier, Kreide, Klebstoffe und Pigment. Methodisch geht er in seiner künstlerischen Arbeit assoziativ spielerisch vor. Diese Hingabe an das Spiel versteht er als ein Erkenntnisinstrument.

Jörg Bussmann wurde 1960 in Georgsmarienhütte geboren. Er studierte Innenarchitektur und Plastik bei Axel Seyler an der FH Detmold sowie Freie Kunst/Plastik an der HFK in Bremen. 1994 war er Meisterschüler bei Bernd Altenstein.1994 erhielt er auch den Preis der Darmstädter Sezession, deren Mitglied er seit 1995 ist. Er lebt und arbeitet in Bremen und Osnabrück.

 

Das Haederfoto zeigt das Werk „mnemosyne“ und ist eine bricollage aus Holz, Papier, Kreide, Klebstoffe und Pigment. Die Größe des Werks ist 70x65x47cm