Uwe Esser / Krefeld

…..Mehr noch als in seiner Malerei – wenn der Begriff als solches überhaupt bei Uwe Esser zulässig ist und nicht insgesamt zu kurz greift – geht er in seinen raumgreifenden Installationen der Frage nach, wie sich seine künstlerische Aussage in den Raum hinein fortsetzen lässt. Dabei geht es eben nicht mehr nur um die Malerei, sondern auch um die Definition, inwieweit die Kunst den Menschen selbst betrifft und involviert…..
….. Man kann sich der Realität der Werke von Uwe Esser nur ganz und gar stellen, kann sich gefangen nehmen lassen von ihrer malerischen Verve, ihrer quecksilbrigen Neigung sich zu verflüssigen, ohne an Festigkeit zu verlieren. In Formen und Farben erlebt man die Wucht der (Alltags-)Realität, wenngleich um ein Vielfaches komprimiert und trotz des Gehalts an Wirklichem doch so irreal, sie wirken wie Kosmen, von denen nie zuvor gesprochen wurde und die zu ergründen es zur heiligen Pflicht wird. Man wird nicht müde, den offerierten Wegen und Nebenwegen zu folgen und läuft wie Alice im Wunderland von einer Sensation zur nächsten, ohne der Erschöpfung anheim zu fallen. „In ihren Formbildungsprozessen scheint sich das Leben selbst darzustellen als eine elementare, schöpferische Aktivität, als ein ursächlich energetisches Prinzip, eine dauernde Verwandlung jenseits mechanistischer und deshalb berechenbarer Gleichförmigkeit. [..] Nicht die sichtbare Oberfläche der Natur wird in diesen Bildern abgetastet, sondern ihre universelle Gegenwart dargestellt, ihre alles umfassenden Gestaltungsprozesse vergegenwärtigt.“
Uwe Essers Werke sind in vielerlei Hinsicht mehrdimensional und entziehen sichdeshalb konsequent einer eindeutigen Kategorisierung und Rezipierbarkeit. Es darf genügen, sich an der schönen Form zu erfreuen. Die Wahrheit der Werke jedoch liegt jenseits ihrer schönen Oberfläche, sie begründet sich in ihren komplexen Tiefen und in ihrem Wechselspiel zwischen dem individualistischen künstlerischen Handeln, dem Akt der Dechiffrierung auf Seiten des Betrachtenden, der seine eigenen individuellen Sicht- und Erlebnisweisen einbezieht und dem dann eintretenden Akt der Ent-Täuschung
Beate Reifenscheid, aus dem Katalog
Uwe Esser – „It’s a bright, guilty world“

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmen Sie dem zu.

Datenschutzerklärung